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Testteilchen
Ist ein Testteilchen so klein, daß auf seinen Abmessungen die Ungleichmäßigkeit des
metrischen Feldes vernachlässigt werden kann, andererseits aber so ausgedehnt,
daß die Gravitation, die es selbst erzeugt auch an dem Ort vernachlässigt werden kann,
an dem es sich aufhält, so durchläuft im Vakuum, wie wir in diesem Abschnitt zeigen [46], der
Schwerpunkt dieses Testteilchens in der Raumzeit eine geodätische Weltlinie des torsionsfreien,
metrikverträglichen Paralleltransports.
Ein Teilchen hat Energie und Impuls und trägt also zur Energie-Impulstensordichte
(7.4) bei.
Um das Verhalten des Teilchens im Gravitationsfeld zu klären, denken wir uns die
Feldgleichungen (7.5) der Gravitation zunächst in Abwesenheit
des Teilchens gelöst. Dann existieren eine Metrik
und eine
Energie-Impulstensordichte
, die insbesondere
die Gleichung (7.7) für die kovariante Energie-Impulserhaltung
lösen. Fügen wir ein Testteilchen hinzu, so ändert sich die Metrik und damit verbunden
das Christoffelsymbol und die Energie-Impulstensordichte. Außer (7.7)
gilt auch
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(7.14) |
Für die Änderung
der Energie-Impulstensordichte, die vom Testteilchen hervorgerufen
ist, und die Änderung des Christoffelsymbols
folgt also
 |
(7.15) |
Eine etwaige Vakuumenergiedichte, die zu einer kosmologischen
Konstante gehört und die getrennt (7.7) erfüllt, denken wir uns von
abgezogen. Betrachten wir dann das Testteilchen im Vakuum, so verschwindet
dort. Darüber hinaus nehmen wir an, daß wir die gravitative
Rückwirkung des Teilchens auf sich selbst, den Term
vernachlässigen
dürfen. Diese Annahme schließt aus, daß das Teilchen ein Punktteilchen
ist. Insbesondere muß das Teilchen groß gegen den zu seiner Masse gehörigen
Schwarzschildradius sein und überall geringe Dichten von Energie- und Impuls haben,
damit wir die ihm eigene Gravitation vernachlässigen können.
Mit diesen Modellannahmen vernachlässigen wir die gravitativen Auswirkungen
des Testteilchens und fassen die Metrik
als vorgegebenes Feld auf, als sogenanntes
Hintergrundfeld, unter dessen Einfluß sich das Testteilchen bewegt
 |
(7.16) |
und folglich
 |
(7.17) |
Als weitere Eigenschaft des Teilchens nehmen wir an, daß die Energie-Impulstensordichte
des Teilchens auf einen Schlauch um die Weltlinie des Schwerpunktes
beschränkt ist,
das heißt, wenn wir über Schichten gleicher Zeit
integrieren, so verschwindet für jedes
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(7.18) |
Für
definiert diese Gleichung die Weltlinie des Energieschwerpunktes eines ausgedehnten Teilchens.
Wir fordern als Eigenschaft des Teilchens, daß die Schwerpunkte der anderen Komponenten der
Energie-Impulstensordichte mit dem Energieschwerpunkt übereinstimmen, so wie das bei einem Punktteilchen
der Fall ist.
Zur rechnerischen Vereinfachung wählen wir als Parameter
der Weltlinie die Koordinatenzeit
und nennen ihn
. Es gilt dann einfach
.
Der Schlauch sei groß genug, daß die Energie- und Impulsdichten des Teilchen klein sind,
und klein genug, so daß sich auf seinen Abmessungen nicht auswirkt, daß die
Gravitation ungleichmäßig ist. Was diese etwas unklaren Eigenschaften genau besagen sollen,
zeigt die folgende Rechnung.
Wir integrieren (7.16) über Schichten gleicher Zeit
 |
(7.19) |
Beim ersten Term kann die Zeitableitung vor das Integral gezogen werden.
Das Integral über die räumlichen Ableitungen
verschwindet, denn
nach dem Gaußschen Satz ist es gleich dem Oberflächenintegral über die Fläche, die das Integrationsvolumen
berandet, und in weiter Entfernung von Schwerpunkt verschwindet
, weil das Teilchen klein ist.
Beim dritten Term entwickeln wir
um den Schwerpunkt mit einem Restglied zweiter Ordnung
wobei
ein Punkt zwischen
und
ist.
Setzten wir diese Entwicklung in das Integral
ein,
so können wir beim ersten Term
und beim zweiten
vor das Integral ziehen, da diese Faktoren nicht von der
Integrationsvariablen abhängen. Das Integral über
verschwindet nach Definition des
Schwerpunktes (7.18).
Das Integral über den Term mit dem Restglied vernachlässigen wir
 |
(7.20) |
Es ist proportional zu den Änderungen von
in zweiter Ordnung innerhalb der Abmessungen des
Teilchens und verschwindet im Grenzfall eines nicht ausgedehnten Teilchens.
In diesem Sinn ist ein Testteilchen klein.
Wir erhalten mit dieser Näherung aus (7.19)
 |
(7.21) |
Für ein Integral mit
wirkt
wie ein
Vielfaches der
-Funktion.
Integrieren wir (7.17), so erhalten wir aus denselben Gründen
Kombinieren wir dies Ergebnis mit (7.21), so vereinfacht es sich zu
 |
(7.23) |
Für
und wegen
erhalten wir
 |
(7.24) |
und, wenn wir
in
umbenennen und in (7.23) einsetzen,
 |
(7.25) |
Setzen wir in (7.21) ein, so ergibt sich
 |
(7.26) |
Dies ist die Geodätengleichung in der Parametrisierung
. Fassen wir
als Funktion
eines Parameters
auf, die durch
 |
(7.27) |
definiert ist, über den Normierungsfaktor
sagen wir gleich etwas, dann ist (7.26)
die Gleichung für eine geodätische Weltlinie (6.13), die mit ihrer Eigenzeit parametrisiert ist
 |
(7.28) |
Greifen wir nochmal die Bemerkung nach (7.21) auf, daß für Integrale über
die Energie-Impulstensordichte wie ein Vielfaches der
-Funktion wirkt.
Dieses Vielfache wird in (7.25) und (7.27) bestimmt.
Bei Integration mit
ist die Energie-Impulstensordichte
 |
(7.29) |
Den Normierungsfaktor
identifizieren wir als Masse des Teilchens. Dazu
integrieren wir die Komponenten
, das sind die Dichten von Energie und Impuls,
über eine Schicht gleicher Zeit. Für Energie und Impuls erhalten wir
 |
(7.30) |
Dies ist im Maßsystem
der Viererimpuls eines Teilchens mit Masse
und Eigenzeit
(4.95, 4.6).
Verteilt man viele Teilchen mit einer Energie-Impulstensordichte (7.29)
zu einem Kontinuum mit Massendichte
und
normierter Vierergeschwindigkeit
,
,
 |
(7.31) |
Materie mit solch einem Energie-Impulstensor nennt man Staub,
so besagt die kovariante Energie-Impulserhaltung
 |
(7.32) |
Die beiden Terme müssen getrennt verschwinden, denn die Ableitung eines Einheitsvektors
steht auf
senkrecht (C.100).
Die Gleichung
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(7.33) |
ist die Geodätengleichung für die Weltlinien
,
, der Staubteilchen.
Die Staubteilchen fallen frei. Ihre Massendichte gehört zu einem erhaltenen Strom (H.15)
 |
(7.34) |
Die Massendichte
ändert sich, wenn geodätische Weltlinien auseinander- oder zusammenlaufen.
Bezeichne
die Viererdivergenz der geodätischen Linien als Funktion
des Bahnparameters, so besagt
, daß die Massendichte
längs
der geodätischen Weltlinie die Differentialgleichung
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(7.35) |
erfüllt. Ist die Massendichte
auf den Ereignissen
vorgegeben, die von
den geodätischen Weltlinien für
durchlaufen werden, so liegt sie überall fest
 |
(7.36) |
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