Nächste Seite: geometrische Optik
Aufwärts: Äquivalenzprinzip
Vorherige Seite: Testteilchen
  Inhalt
  Index
Lichtstrahlen
Licht ist eine elektromagnetische Welle, die die Maxwell-Gleichungen löst.
Um den Einfluß der Gravitation auf Licht zu bestimmen, untersuchen wir die Feldgleichungen
für das elektromagnetische Viererpotential, die sich aus der Wirkung mit Lagrangedichte
 |
(7.37) |
ergeben. Diese Lagrangefunktion ist bei Abwesenheit weiterer Felder bis auf vollständige Ableitungen und die Normierung eindeutig
festgelegt, wenn man fordert, daß die Bewegungsgleichungen linear in
und zweiter Ordnung sein sollen und daß die
Wirkung invariant unter Eichtransformationen (5.61) und unter Koordinatentransformationen
(A.79) sein soll.
Wenn die Metrik flach ist
, dann stimmt
die Lagrangefunktion mit (5.117) überein.
Sowohl die Eichinvarianz und Koordinateninvarianz als auch die
Beschränkung der Ableitungsordnung sind in einer Quantenfeldtheorie zwingend
erforderlich [37], damit sich nicht unphysikalische Freiheitsgrade mit negativen,
und daher widersinnigen Wahrscheinlichkeiten
in physikalischen Prozessen auswirken.
Durch Variation des Viererpotentials
in
erhält man die Bewegungsgleichungen
 |
(7.38) |
Diese Gleichungen sind kovariant, denn die Feldstärke
und daher
auch
transformieren, wie ihr Indexbild angibt, als Tensor (5.133).
Die Ableitung von
ergibt ein Christoffelsymbol (H.14), das die partielle
Ableitung von
zur torsionsfreien und metrikverträglichen kovarianten Ableitung ergänzt.
Zudem kann ein Term
hinzugefügt werden, da die Summe über ein antisymmetrisches
Indexpaar
und ein symmetrisches Indexpaar
verschwindet (5.17)
 |
(7.39) |
Wegen
kann die Feldstärke auch durch
kovariante Ableitungen,
,
geschrieben werden
.
Zudem können wir die Indizes von Tensorkomponenten mit der Metrik hoch- und runterziehen,
denn die kovariante Ableitung der Metrik und folglich der inversen Metrik (C.98)
verschwindet. Daher sind die Maxwellgleichungen im Vakuum der gekrümmten Raumzeit
 |
(7.40) |
In der kovarianten Formulierung der Maxwellgleichung tritt die metrikverträgliche, torsionsfreie Konnektion,
das Christoffelsymbol auf. Ebenso wie Testteilchen spürt das elektromagnetische Feld nichts
von Torsion.
Den zweiten Term in den Maxwellgleichungen schreiben wir mit (C.54) um,
wobei wir berücksichtigen, daß die Torsion verschwindet
![$\displaystyle D_m D_n A^m = [D_m, D_n] A^m + D_n D_m A^m = R_{mnr}{}^m A^r + D_n D_m A^m\ .$](img2104.png) |
(7.41) |
Die Summe
 |
(7.42) |
definiert die Komponenten des Riccitensors7.2.
Er ist permutationssymmetrisch (C.112)
 |
(7.43) |
Damit schreiben sich die Feldgleichungen des Viererpotentials als
 |
(7.44) |
Über die Eichfreiheit des Viererpotentials kann man so verfügen, daß diese Gleichungen
einfacher werden. Verlangt man die Lorenzeichung (5.66)
 |
(7.45) |
so entkoppeln die vier Potentialfunktionen teilweise
 |
(7.46) |
Im flachen Raum verschwinden der Riemann- und der Riccitensor und es gibt kartesische Koordinatensysteme,
in denen die Christoffelsymbole Null sind. Dann reduzieren sich diese Gleichungen auf die Wellengleichung
(5.72) im Vakuum.
Die Wellengleichung im gekrümmten Raum erhält man nicht aus der Wellengleichung des flachen Raumes,
indem man die partiellen Ableitungen durch kovariante Ableitungen ersetzt. Über diese minimale Ersetzung
hinaus enthält sie einen Zusatzterm mit dem Ricci-Tensor, der nicht einfach einem Term im flachen Raum entspricht.
Die Variationsableitung der Maxwellwirkung nach der Metrik ist die Energie-Impulsdichte des elektromagnetischen
Feldes (7.4). Mit den Formeln (H.8) für die Ableitung einer Determinante und
der inversen Matrix (H.11) erhalten wir aus (7.37)
 |
(7.47) |
Diese elektromagnetische Energie-Impulstensordichte stimmt für den flachen Raum mit
(5.24) überein.
Unterabschnitte
Nächste Seite: geometrische Optik
Aufwärts: Äquivalenzprinzip
Vorherige Seite: Testteilchen
  Inhalt
  Index
FAQ Homepage