Elektromagnetische Wellen verhalten sich im Gravitationsfeld nicht universell.
So wie am Spalt die Beugungserscheinungen von der Wellenlänge abhängen, so sind die Einflüsse
ungleichmäßiger Gravitation auf elektromagnetische Wellen verschieden, wenn die Wellen verschiedene
Wellenlängen haben. Universell ist das Verhalten elektromagnetischer Wellen nur in dem Grenzfall, in
dem die Wellenlänge vernachlässigbar klein wird gegenüber den Abmessungen, auf denen sich die
Metrik
ändert.
Wir untersuchen diesen Grenzfall verschwindender Wellenlängen
als Grenzwert
des Ansatzes
Die Flächen, auf denen die reelle Funktion
konstant ist, sind für
die Wellenfronten
konstanter Phase, denn die Phasen
der Amplituden
sind nach Annahme entwickelbar und die Fronten
gleicher Phase
konst sind für
für alle vier
Komponenten des Viererpotentials gemeinsam durch
gegeben. Demnach ist
Der Wellenvektor ist tangential an die Weltlinie
,
den Lichtstrahl, den er durch die Differentialgleichung
Zur Auswertung des Eikonalansatzes bemerken wir, daß eine komplexe Funktion bei
verschwindet,
, falls sie dort stetig ist und falls
im offenen Intervall
der Realteil
o |
(7.53) |
Die Maxwellgleichungen (7.44), multipliziert mit
,
besagen für (7.48)
| (7.55) |
Entweder ist bei
die Amplitude
proportional zu
, dann sind
und
nicht weiter eingeschränkt. Allerdings läßt sich solch eine Amplitude
wegeichen,
verschwindet bei
.
Oder es ist bei
die Amplitude
nicht proportional zu
.
In diesem Fall, den wir im weiteren betrachten, ist
lichtartig und
transversal
Auf den Lichtstrahlen
ist daher die Phase
konstant
Weil
ein Gradient ist und weil das Christoffelsymbol symmetrisch
unter Permutation der unteren Indizes ist, ist auch
symmetrisch
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(7.59) |
Die Lichtstrahlen und die Phase
sind vollständig festgelegt, wenn
zu einer Anfangszeit
vorgegeben wird und zu dieser Zeit nirgends extremal ist.
Damit sind die räumlichen Komponenten
gegeben, und
folgt aus
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(7.61) |
In der Lorenzeichung,
, werden die Amplituden
wegen (7.54) und wegen
längs der Lichtstrahlen
gemäß
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(7.63) |
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Aus (7.62) folgt, daß im Vakuum die Photonenzahl lokal erhalten ist.
Denn multiplizieren wir mit
und addieren wir
die komplex konjugierte Gleichung, so folgt
Der Erhaltungssatz der Photonenzahl besagt, daß sich Photonen geometrisch so verdünnen, wie die Lichtstrahlen auseinander laufen. Dies ist für lokale Energieerhaltung notwendig. Weltlinien von Photonen beginnen nicht im Vakuum und enden nicht im Vakuum, sie durchlaufen es.
Die Polarisationsrichtung wird im Grenzfall verschwindender
Wellenlängen, also für
, längs der Lichtstrahlen parallel transportiert.
Schreiben wir nämlich in (7.62) die Amplitude
als komplexen Einheitsvektor
, die Polarisationsrichtung, mal Betrag
,
, und berücksichtigen wir (7.65),
so erhalten wir für
Wie wir gleich zeigen, hat die Bewegungsgleichung (7.62)
Wir bestätigen (7.67) mit
der Geodätengleichung
und (7.62)
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Physikalisch bewegt sich die Eikonalnäherung für Licht zwischen Skylla und Charybdis.
Der Grenzfall
führt zwar dazu, daß Lichtstrahlen sich universell bewegen.
Wir haben aber die Gravitation vernachlässigt, die der Lichtstrahl durch seinen Energie-Impulstensor
erzeugt. Im Grenzfall ist das sicher falsch, denn die Energiedichte divergiert mit
.
Dies schließt unsere Diskussion der Geodätenhypothese ab. Die Feldgleichungen erlauben herzuleiten, daß sich Testteilchen und Lichtstrahlen so verhalten, wie wir das für unsere geometrischen Konstruktionen unterstellt haben. Aus rein geometrischen Gründen kann man zunächst nicht ausschließen, daß Paralleltransport mit Torsion einhergeht oder metrikunverträglich ist. Formuliert man allerdings die Bewegungsgleichungen der Elektrodynamik und der Materie als Variationsprinzip eines Funktionals, das unter Eichtransformationen und Koordinatentransformationen invariant ist, so sind solche allgemeineren Geometrien nicht bei den Weltlinien von Testteilchen und Lichtpulsen realisiert.