Ein Vektorraum ist ein geordnetes Paar, bestehend aus einer Menge
und einem Zahlenkörper
, also
. Im folgenden verstehen wir
unter
immer den Körper der reellen Zahlen
.
Auf diesem Paar werden nun zwei Verknüpfungen definiert, und zwar einmal
die Vektoraddition und zum anderen die Multiplikation eines
Vektors mit einer Zahl aus
, die sog. Skalarmultiplikation.
Diese Verknüpfungen sind im einzelnen wie folgt definiert: Die Vektoraddition bildet eine abelsche Gruppe, deren neutrales Element der Nullvektor ist, d.h. im einzelnen
Die Skalarmultiplikation erfüllt folgende Axiome:
Der wichtigste Begriff, den man mit diesem System von mathematischen
Objekten konstruieren kann, ist der Begriff der Basis. Dazu definieren
wir zunächst eine Menge von Vektoren
als
linear unabhängig, wenn die folgende Äquivalenz gilt:
Wir bezeichnen weiter eine Menge von Vektoren
als Erzeugendensystem, wenn zu jedem Vektor
Zahlen
existieren, so daß
Ein Vektorraum, für den eine solche endliche natürliche Zahl
existiert, heißt endlichdimensionaler Vektorraum. Wir gehen in
diesem Skript stets davon aus, daß der Vektorraum endlichdimensional
ist. Seine Dimension bezeichnen wir mit
.
Im folgenden verwenden wir die Einsteinsche
Summationskonvention, falls wir es nicht anders vereinbaren: Immer
wenn ein gleichnamiger Index in einer Formel auftaucht, wobei einer als
oberer Index und einer als unterer Index notiert ist, ist über diesen
Index von
bis
zu summieren, ohne daß wir die Summe explizit
anschreiben, d.h. wir können Gleichung (1.2) kurz auch in der
Gestalt