Nächste Seite: Literatur
Aufwärts: Zeilingers Experiment zur Teleportation
Vorherige Seite: Wie hoch ist die
  Inhalt
Wozu soll das ganze gut sein?
Eine hochinteressante mögliche Anwendung wurde kürzlich von
[BBD+98] beschrieben: diese Gruppe führte ein Experiment
durch, das sich in technischer Hinsicht nur in einigen Details vom
hier beschriebenen unterschied. Sie geben jedoch eine Ungleichung an,
die von jedem klassischen Übertragungskanal erfüllt werden
muß, hier jedoch verletzt wird. Nimmt Alice nämlich nicht zwei
sondern drei verschiedene Polarisationsrichtungen (etwa
,
und
), mißt dann vor der
Teleportation die Polarisationsrichtung mit einem horizontal/vertikal
Strahlteiler, und übermittelt dann Bob (a) ein Photon, das
entsprechend des Meßresultats horizontal oder vertikal polarisiert
ist (also ohne Teleportation) und (b) die Zusatzinformation, welche
der drei Polarisationsrichtungen das Photon am Anfang besessen hat, so
kann Bob das ursprüngliche Photon rekonstruieren und seinerseits
eine horizontal/vertikal-Messung durchführen. Boschi et al.
zeigen nun, daß die Wahrscheinlichkeit, daß die beiden
horizontal/vertikal Messungen von Alice und Bob dasselbe Resultat
ergeben, klassisch (also lokal realistisch)
nicht
überschreiten kann. Boschi et al. führten nun das
Experiment inklusive Teleportation durch, und fanden
, die obige klassische Ungleichung wurde also um etwa
acht Standardabweichungen verletzt.
Was heißt das nun? Das heißt, daß Alice und Bob
feststellen können, ob die Übertragung durch Teleportation oder
auf einem klassischen Kanal erfolgte. Bob braucht lediglich
zu
bestimmen und festzustellen, ob
größer oder kleiner als 0.75
ist. Wenn sich nun ein Angreifer, nennen wir sie Carol, in die
Teleportationsleitung einschaltet und versucht, die Botschft, die
Alice an Bob übermittelt, abzufangen, so kann sie das nur tun, indem
sie die Polarisation von Photon 3 mißt. Danach kann sie ein neues
Photon erzeugen, das bei der Polarisationsmessung dasselbe Resultat
ergibt, und an Bob weiterleiten. Da sie jedoch den verschränkten
Zustand nicht rekonstruieren kann, wird Bob bei der Bestimmung von
eine Zahl kleiner 0.75 erhalten. Alice und Bob können also sofort
feststellen, ob sie abgehört wurden, und da die Messungen auf dem
Teleportationskanal ohne die klassisch übermittelten Zusatzangaben
wertlos sind, können sie de facto das Abhören
verhindern. Die Experimente der Zeilinger-Gruppe und von Boschi
et al. unterscheiden sich ein wenig, so daß sich ein
abhörsicheres Übertragungsprotokoll trivialerweise anbietet. Die
technische Machbarkeit jedoch dürfte erwiesen sein.
Nächste Seite: Literatur
Aufwärts: Zeilingers Experiment zur Teleportation
Vorherige Seite: Wie hoch ist die
  Inhalt
Hendrik van Hees
2004-03-17