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Das Zeilinger-Experiment (siehe [Sud97] und
[BPE+97]) besteht in der Teleportation der
Polarisationsrichtung eines Photons. Alice hat ein Photon mit
beliebiger Polarisationsrichtung
und möchte Bob eine exakte Kopie dieses Photons übermitteln. Das
geht folgendermaßen: Alice hat vorher mittels parametric down
conversion einen verschränkten Zustand aus zwei korrelierten
Photonen präpariert und Bob eines der beiden Photonen übermittelt
(siehe Abbildung 1).
Abbildung 1:
Aufbau des Zeilinger-Experiments. Alice strahlt zwei Laserpulse
auf den BBO-Kristall ein. In den Fällen, in denen der erste
Puls zunächst durchgelassen wird und erst nach Spiegelung an
S1 down-conversion erfährt, das zweite jedoch gleich
konvertiert wird, entsteht ein verschränktes Paar
und
, sowie ein Nachrichtenphoton
, dessen
Polarisationsrichtung Alice nicht kennt.
ist eigentlich
ebenfalls Teil eines verschränkten Paares, sein ,,
Zwilling`` wird jedoch geblockt. Nach Spiegelung an S2 und
S3 überlagern sich die Photonen
und
am
Strahlteiler PST, Photon
hingegen wird Bob
übermittelt. Wenn nun beide Detektoren D1 und D2 ein Photon
registrieren, weiß Alice, daß Photon
dieselbe
Polarisationsrichtung hat, wie vorher
(Details im
Text).
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Das verschränkte Photonenpaar 2 und 3 ist bei geeignetem Aufbau in
folgendem Zustand:
Interferenz am Strahlteiler (siehe Abbildung 1) erzeugt
nun folgenden Zustand:
Wenn es nun gelingt, diesen Zustand auf den Zustand
zu projizieren, dann
erhält man
Wegen
und
ergibt das:
Wie kann Alice nun eine solche Projektion bewerkstelligen? Nun, Alice
braucht eine Meßapparatur, die auf den antisymmetrischen Zustand
mit ihrem Äquivalent eines Zeigerausschlags
reagiert, auf die anderen kohärenten Superpositionen von Photon 1
und 2 nicht. Alice kann dann zwar die Projektion nicht erzwingen, wohl
aber feststellen, ob sie stattgefunden hat. Ein polarisierender
Strahlteiler stellt eine solche Meßapparatur dar. Ein Blick auf
Abbildung 1 zeigt: Wenn beide Detektoren gleichzeitig je
ein Photon registrieren, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
- a)
- beide Photonen wurden durchgelassen, D1 detektiert Photon 2
und D2 Photon 1.
- b)
- beide Photonen wurden reflektiert, D1 detektiert Photon 1
und D2 Photon 2.
Nun ist die Wellenfunktion, die die interferierenden Photonen
beschreibt, im Fall b) gleich der von a) mit einer Phasenverschiebung
von
(durch die Reflexion im Strahlteiler) und einer Vertauschung
von Photon 1 und 2 (umgangssprachlich
). Also
wenn
symmetrisch war
(
), dann
und wenn
antisymmetrisch war
(
), dann
Da aber, wenn D1 und D2 beide ein Photon detektieren, experimentell
nicht zwischen a) und b) unterschieden werden kann, muß die
tatsächliche Wellenfunktion der interferierenden Photonen aus einer
Superposition von beiden Möglichkeiten bestehen. Wenn aber
symmetrisch war, ergibt das die Superposition von
und
und somit destruktive
Interferenz und die Detektoren können nichts registrieren. Daraus
folgt: wenn beide Detektoren gleichzeitig je ein Photon registrieren,
dann müssen sich die Photonen 1 und 2 im antisymmetrischen Zustand
befunden haben, und Alice weiß nun, daß
Bob ein Photon 3 erhalten hat, dessen Polarisationsrichtung mit der
ursprünglichen Polarisationsrichtung von Photon 1 identisch ist. Bob
weiß das natürlich noch nicht: erst nachdem ihm Alice (auf einem
,,normalen`` Übertragungskanal) mitgeteilt hat, daß
beide Detektoren angesprochen haben, weiß er, daß die
Teleportation erfolgreich war.
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Hendrik van Hees
2004-03-17