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Kurz gesagt: Man nimmt einen Kristall aus
-Bariumborat, richtet
ihn geeignet aus, schießt ein blaues Photon hinein, und bekommt
zwei rote Photonen heraus. Energie- und Impulserhaltung verlangen nun,
daß die möglichen Richtungen, in denen die Photonen den Kristall
verlassen können, auf zwei (sich bei geeigneter Ausrichtung des
Kristalls überschneidenden) Kegeln liegen, und daß die Richtung
des einfallenden Lichtes und der beiden emittierten Photonen auf einer
Ebene liegen. Das heißt, daß zwei Photonen, die in Richtungen
emittiert werden, in denen sich die Kegel überschneiden (es kann
durch eine geeignete Lochmaske sichergestellt werden, daß nur
solche verwendet werden), einen verschränkten Zustand aus
und
bilden (siehe Abblidung
2).
Die Langversion ist ein wenig komplizierter: optical parametric
down conversion, abgekürzt OPDC, ist ein nichtlinearer optischer
Effekt, der klassisch nur in engen Grenzen beschreibbar ist (für
eine schöne Einführung in die Theorie der nichtlinearen Optik, die
weitgehend ohne Quantenmechanik auskommt, siehe zum Beispiel
[Sau96]). Aber ein sehr ähnlicher Prozeß, der auf den
ersten Blick wie die genaue Umkehrung von OPDC aussieht, kann ohne
komplizierte Quantenmechanik zumindest in Grundzügen verstanden
werden: Frequenzverdopplung (engl. second harmonic
generation (SHG)). Die Idee dabei ist, daß das elektrische Feld
des eingestrahlten Lichts im bestrahlten Medium eine Polarisation
hervorruft, die, grob gesagt, nicht bloß eine lineare Funktion der
elektrischen Feldstärke des einstrahlenden Lichts ist
(wobei
die Amplitude des elektrischen Feldes und
die
Kreisfrequenz des elektrischen Feldes des eingestrahlten Lichts ist),
sondern auch einen quadratischen Term enthält:
Nun gilt aber natürlich folgendes Additionstheorem:
und insbesondere mit
:
so daß die Strahlung, die das nichtlineare Medium verläßt,
nicht nur aus Strahlung der ursprünglichen Frequenz besteht, sondern
auch Strahlung der doppelten Frequenz enthält. Die quantenoptische
Formulierung dieses Effektes ist komplizierter, aber die grundlegende
Idee ist dieselbe.
Da aber nun die Gleichungen, die SHG bschreiben, reversibel sind,
muß es auch den umgekehrten Effekt geben: Einstrahlung in ein
nichtlineares Medium muß auch zu einer Frequenzhalbierung führen
können. Die Bedingungen, unter denen das geschieht sind allerdings
klassisch nicht verständlich zu machen [Blo96], aber
die Quintessenz ist folgende: Wenn man einen Kristall aus
-Bariumborat,
-Ba(B
O
) (eigentlich besser
-Ba
(B
O
)
, siehe [Che93]) so ausrichtet,
daß der Winkel zwischen einfallendem Licht
(
) und optischer Achse des Kristalls
beträgt, verlassen zwei Strahlen
(
) in einem Winkel von
zueinander den Kristall, die bei geeigneter Wahl der
Phasenverschiebung (durch Rotation des Kristalls um seine Längsachse
oder Verwendung eines Phasenshifters) folgenden (antisymmetrischen)
verschränkten Zustand bilden[KMW+95]:
Abbildung 2:
Parametric down conversion im Zeilinger-Experiment. Schematische
Darstellung. Ein Photon der Wellenlänge 394
wird in einem
-Bariumboratkristall in zwei Photonen der Wellenlänge
788
umgewandelt. Diese verlassen den Kristall auf Wegen, die
auf zwei sich überschneidenden Kegeln liegen. Energie- und
Impulserhaltung verlangen, daß die Wege der beiden Photonen
einander gegenüberliegen. Zwei Wege (durch Pfeile angedeutet)
erfüllen nicht nur die obigen Bedingungen, sondern machen die
Photonen auch ununterscheidbar: ein verschränkter Zustand
entsteht. Durch Rotation des BBO-Kristalls oder Verwendung eines
Phasenshifters kann man jede kohärente Überlagerung der
beiden Photonen erzeugen, insbesondere den antisymmetrischen
verschränkten Zustand, in dem die Photonen orthogonal
polarisiert sind.
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Hendrik van Hees
2004-03-17