Um die diskreten Symmetrien der Raum- und Zeitspiegelungen beschreiben zu können, bemerken wir, daß ein abgeschlossenes quantenmechanisches System galileiinvariant ist. Die Galileigruppe wird als kontinuierliche Symmetriegruppe durch eine unitäre Strahldarstellung beschrieben. Die Bedingung daß diese Gruppe Symmetriegruppe des Systems ist, schränkt die Form des Hamiltonoperators weitgehend ein.
Wir beginnen mit dem einfacheren Fall der Raumspiegelung. In Raum und Zeit bewirkt sie die folgende Transformation:
Eine (eigentliche) Galileitransformation ist durch die Wirkung auf die Raum-Zeit-Koordinaten definiert:
Die Gruppenmultiplikation läßt sich durch Hintereinanderanwendung
zweier solcher Wirkungen berechnen. Es ergibt sich, daß die
Galileigruppe ein semidirektes Produkt aus Raum- und Zeittranslationen,
Drehungen und Boosts ist. Die entsprechende Symmetriegruppe in der
Quantenmechanik ist die Überlagerungsgruppe, in der die Drehgruppe
durch ihre Überlagerung
ersetzt ist. Diese
quantentheoretische Galileigruppe ist einfach zusammenhängend und wird
somit durch eine unitäre Strahldarstellung repräsentiert. Ein
bekanntes Resultat von Wigner zeigt, daß es sich notwendig um eine
Strahldarstellung handelt. Die unitären Darstellungen der Galileigruppe
lassen sich zwar mit Hilfe der Forbeniusschen Methode der kleinen Gruppe
gewinnen, erlauben aber alle keine Interpretation im Sinne der
Quantentheorie ([Wigner 56]). Für die Frage nach dem Übergang von der
Poincarégruppe zur Galileigruppe (Lichtgeschwingkeit
) siehe [Weinberg 95].
Die Hintereinanderausführung einer Drehung und einer Raumspiegelung
zeigt, daß diese beiden Operationen miteinander vertauschen. Der
Hilbertraum eines abgeschlossenen Systems läßt sich als orthogonale Summe
von irreduziblen Darstellungsräumen der Drehungen aufspannen. D.h. man
kann als VONS Gesamtdrehimpulseigenvektoren wählen. Nach dem Schurschen
Lemma ist in diesen Unterräumen der Operator der Raumspiegelung (im
folgenden Paritätsoperator genannt) proportional zur Identität. Wir
bezeichnen den Paritätsoperator im folgenden mit
. Wegen
ist also bei geeigneter Phasenwahl:
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D.h. aber, daß
in allen Unterräumen zu gegebenem
unitär
operiert. Da
orthogonale Summe dieser Unterräume
ist, ist dies in ganz
der Fall.
ist also
unitär.
Es bleibt zu zeigen, daß dies konsistent mit der Heisenbergalgebra
ist. Eine Hintereinanderausführung von Translation oder Galileiboost
und Raumspiegelung zeigt, daß
mit allen Orts- und
Impulsoperatoren antikommutiert, d.h. diese Operatoren sind polare
Vektoroperatoren, wie es das Wigner-Eckart-Theorem verlangt. Außerdem
ist dieses Verhalten mit der Heisenbergschen Kommutatoralgebra von Orts-
und Impulsoperatoren verträglich. Entsprechendes gilt von den
Drehimpulsoperatoren, die (wie oben bereits ausführlich verwendet) mit
kommutieren: Der Drehimpulsoperator ist ein
Axialvektoroperator, und dieses Transformationsverhalten ist mit der
Drehimpulsliealgebra verträglich.
Eine Hintereinanderausführung von Zeittranslationen, erzeugt vom Hamiltonoperator des Systems, und einer Raumspiegelung zeigt, daß
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Es bleibt zu bemerken, daß die Raumspiegelsymmetrie in der Natur nur näherungsweise realisiert ist. Die schwache Wechselwirkung verletzt bekanntermaßen diese Symmetrie.