Die Operation der Zeitumkehr auf klassischem Level ist wie folgt zu
verstehen: Ein System werde durch die Hamiltonschen kanonischen
Gleichungen beschrieben. Der Hamiltonoperator ist Erzeugender der
Bewegung, d.h. derjenigen kanonischen Transformation, die die
Zeitentwicklung beschreibt. Das System starte zur Zeit
mit
bestimmten Anfangsbedingungen
. Dabei bezeichnet
die
kartesischen Koordinaten der Punktteilchen und deren generalisierte
Impulse. Nach einer gewissen Zeit
wird das System durch einen
bestimmten Punkt
im Phasenraum beschrieben. Dabei
bezeichnet
die kartesischen Koordinaten der Punktteilchen und
deren generalisierte Impulse. Jetzt denken wir uns zur Zeit
das
System mit den Anfangsbedingungen
(bewegungsumgekehrte
Anfangsbedingungen) gestartet. Es ist
invariant gegenüber Zeitumkehr, wenn das System zur Zeit
den
Anfangszustand
erreicht.
All dies läßt sich formal so ausdrücken, daß beim Übergang
eine Trajektorie im Phasenraum durchlaufen wird, die
bei entsprechender Wahl der bewegungsumgekehrten Anfangsbedingungen
auch durch die hamiltonsche Zeitentwicklung beschrieben
würde.
Anschaulich bedeutet das, daß ein rückwärts laufender Film eines physikalischen Prozesses, der durch die Hamiltonsche Mechanik beschrieben wird, einen physikalisch möglichen Vorgang beschreibt, der abläuft, wenn man das System im bewegungsumgekehrten Anfangszustand loslaufen läßt.
Diese Betrachtungen zeigen, daß die Zeitumkehroperation sich im Sinne
einer Umkehr der Bewegung physikalisch realisieren läßt. Es ist klar,
daß diese Realisierungsmöglichkeit für makroskopische Systeme nur
rein prinzipiell möglich ist. Praktisch kann man niemals die Impulse
von
Teilchen umkehren, also die zeitumgekehrten
Anfangsbedingungen realisieren.
Bei der Bestimmung der Eigenschaften des Zeitumkehroperators in der
Quantenmechanik
gehen wir davon aus, daß wir die Phasen
geeignet gewählt haben, so daß
ist.
Ein Blick auf (23) zeigt, daß
mit
kommutiert,
hingegen antikommutiert. Für die Heisenbergsche
Orts- Impulsalgebra bedeutet dies:
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Weiter berechnet man mit Hilfe von (23), daß die Zeitspiegelung
mit der Rotation vertauscht, also die Drehimpulsoperatoren mit
antikommutieren, d.h. der Drehimpuls ist ungerade unter
Zeitspiegelungen. Dies ist konsistent mit der Definition
der Bahndrehimpulsoperatoren
und mit der Liealgebra der Drehgruppe.
Jetzt wenden wir uns der Betrachtung des Hamiltonoperators zu. Hier ist es bequem, das Schrödingerbild zu wählen. Es ist klar, daß dies keine Beschränkung der Allgemeinheit bedeutet, weil alle Bilder der Quantenmechanik unitär äquivalent sind. Im Schrödingerbild wird die Zeitentwicklung des Zustandsvektors vom Hamiltonoperator erzeugt, und die Zustände sind zeitunabhängig (es sei denn es liegt eine explizite Zeitabhängigkeit vor).
D.h. eine infinitesimale Zeitentwicklung ist durch
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